Schwefelquelle

Schwefelquelle um 1920

Die Schwefelquelle Bessingen ist ein Wahrzeichen des Ortes. Wenn Sie Bessingen einmal besuchen, sollten Sie auf jeden Fall einen Schluck Wasser unserer Schwefelquelle kosten!

Eine kurze Beschreibung der schwefelhaltigen Quelle (Schwefelquelle – Schwefelborn – Stinkeborn – Strulle) in Bessingen:

Nach vielen Millionen Jahren der Erdgeschichte, erkaltete mehr und mehr das glühende Magma im Innern und bildete die Erdkruste auf der wir heute leben. Diese Kruste enthält in Schichten unterschiedliche Mineralien. Durch Erdverschiebungen gegen- und übereinander wurden in den Jahrmillionen Schichten zutage gefördert, die ursprünglich tief im Meer verborgen lagen. Der Ith besteht aus Korallenoolith, das ideal für Straßen- und Wegebau geeignet ist. Die Abbaufläche ist heute schon in großer Entfernung zu erkennen bei Haus Harderode.

Vor ca 155 – 150 Millionen Jahren haben sich im flachen Meer durch Ablagerungen der Korallen Schichten gebildet, die später durch Verschiebungen der Erdkruste nach oben gelangt sind. Regenwasser, das in den Boden sickert, gelangt durch unterschiedliche mit Mineralien angereicherten Schichten.

Schwefelquelle um ca. 1980

Durch verfestigten Schlamm entstand Mergelschiefer in das nun Regenwasser einsickert.

 

Es beginnt ein komplizierter Stoffumbau indem kohlensaurer Kalk, Gips, Schwefelsäure, Bitumen und andere Stoffe eine Rolle spielen. Eine wichtige Quelle für Schwefel sind fossile Brennstoffe. Vor allem Erdgas enthällt relativ viel Schwefelwasserstoff (H2S).Vereinfacht also, das einsickernde Regenwasser nimmt die löslichen schwefelhaltigen Verbindungen auf und tritt an der Quelle ans Tageslicht. Schwefelwasserstoffgas ist der Geruchsträger des Quellwassers das an faule Eier erinnert, sich aber schnell verflüchtigt. Es ist nicht gesundheitsschädlich.

Auszug aus einer geoelektrischen Erkundung der Quelle von 1991 durch Dipl.Geologe Matthias Kleefeld: „Die Schwefelquelle Bessingen entspringt den Oberen Lias-Tonsteinen, die dort generell in östlicher Richtung einfallen. Wasser, die mit dem Posidonienschiefer des Lias in Berührung kommen, führen Schwefelwasserstoff, der durch bakterielle Reduktion von Sulfat entsteht, das aus der Oxydation von Eisensulfiden hervorgeht. Das Einzugsgebiet der Quelle erstreckt sich in östlicher Richtung bis zum Ithkamm und umfasst dort die Kalksteine des untersten Malm ( Heersumer Schichten und Korallenoolith).

Die Untersuchungsergebnisse deuten auf eine Verästelung im Kluftsystem der Tonsteine hin.

Erst kurz vor dem Quellaustritt strömen die „Äste“ zusammen.“

Quintessenz: Das Gelände gegenüber des Baugebietes Schwefelquellenweg als auch oberhalb von Fam. Haas und Fam. Sander darf nicht durch Bodenaushub geschädigt werden.

Aktuelles Bild der Schwefelquelle

Diese Quelle diente schon viele Jahrhunderte der Wasserversorgung, als Heilquelle und Viehtränke.

Eine Laboruntersuchung aus dem Jahr 2002 erbrachte ein klares Ergebnis. Es ist für den Verzehr geeignet.

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7 Gedanken zu „Schwefelquelle“

  1. Viele liebe Grüße nach Bessingen! Ich habe in meiner Kindheit viel Zeit an der Schwefelquelle verbracht und mein Opa hat es auch zum Kaffee kochen benutzt.
    Liebe Grüße
    Franziska Behrend

    1. Hallo Franziska.. Schön von dir zu lesen… Ich Kann mich noch gut an unsere gemeinsame Kinderzeit in Bessingen erinnern…. Liebe Grüße Tanja (Kaehler)

  2. Gruss nach Bessingen und eine Frage: Wir sind morgen am 15.2.15 in Bessingen und ist die Schwefelquelle auch im Winter „aktiv“ ??

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